Zum Thema
Die Germanistik war nie ausschließlich eine National- bzw. Binnenphilologie, sondern stets auch eine Wissenschaft im Austausch mit anderen Literatur- und Kulturtraditionen. Viele der Fragen, die das Fach heute beschäftigen – etwa zu Inter- bzw. Transkulturalität, Migration, Globalisierung, Übersetzung, Intermedialität, Narratologie oder Wissensgeschichte – lassen sich nur im Verbund mit weiteren sprach-, kultur- und medienbezogenen Disziplinen angemessen bearbeiten. Der komparatistische Zugriff auf andere Literaturen sowie auf deren methodische und theoretische Traditionen – von diskurstheoretischen Modellen über medienhistorische Ansätze bis hin zu Fragen der Materialität, Performativität und Digitalität – erweitert das analytische Instrumentarium der Germanistik und eröffnet alternative Zugänge zu Texten, Medien und kulturellen Praktiken. In einem hier vertretenen erweiterten Verständnis von Komparatistik rückt gleichwohl auch die Einbindung von Ansätzen aus vermeintlich weiter entfernten Fachbereichen in den Fokus und regt dazu an, aus der eigenen disziplinären Kernkompetenz heraus und in aktiver, gleichberechtigter Partnerschaft, das fachübergreifende Gespräch zu initiieren. Im komparatistischen Austausch entsteht dann (im Idealfall) ein trans-philologischer Resonanzraum, in dem literarische bzw. literarästhetische Phänomene systematisch zueinander in Beziehung gesetzt, übergreifende kulturelle Muster sichtbar gemacht und neue analytische Perspektiven entwickelt werden können.
Im Rahmen der im Sommersemester 2026 vom Institut für deutsche Sprache, Literatur und für Interkulturalität der Universität Luxemburg verstanstalteten Reihe ¹ó°ùü³ó±ô¾±²Ô²µ²õ±ô±ð°ì³Ùü°ù±ð²Ô laden wir dazu ein, diese komparatistischen Dimensionen der Germanistik gemeinsam zu reflektieren.
Programm
Alle Vorträge finden mittwochs statt.
Kontakt
Amelie Bendheim